Webseiten barrierefrei gestalten

Ob Reiseplanung, Bankgeschäft oder Informationsrecherche – das Internet ist aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken. Doch viele Webseiten sind voller  Barrieren und für Menschen mit Einschränkungen kaum nutzbar. Dabei könnte es durch die Umsetzung von Barrierefreiheit nur Gewinner geben, bei Nutzern wie Anbietern. 

„Viele Internetseiten sind nicht gut mit der Tastatur zu bedienen“, erklärt Heidi, die durch eine Erkrankung in den Händen Schwierigkeiten hat, die PC-Maus zu nutzen und daher mit der Tastatur navigiert. Für Heidi ist die barrierefreie Gestaltung Voraussetzung, um Webangebote uneingeschränkt nutzen zu können. Und damit ist sie nicht allein: Viele Menschen mit Behinderungen oder altersbedingten Einschränkungen benötigen barrierefreies Webdesign. Und auch die Anbieterseite profitiert: Ein barrierefreies Webangebot ist für eine breite Zielgruppe gestaltet und setzt auf gute Bedienbarkeit und Verständlichkeit. Nebenbei sind barrierefreie Seiten besonders suchmaschinenfreundlich, mobil gut nutzbar und technisch modern und nachhaltig.

Standards für Barrierefreiheit im Internet

Was Barrierefreiheit ausmacht, ist in den Web Content Accessibility Guidelines (WCAG) definiert, dem international anerkannten Standard. In Deutschland wurden die WCAG nahezu deckungsgleich in die Barrierefreie-Informationstechnik-Verordnung (BITV) übertragen, eine Ergänzung des Behindertengleichstellungsgesetzes, das Bundesbehörden zu barrierefreiem Webdesign verpflichtet. „Für die Wirtschaft gibt es bisher noch keine Verpflichtung zu Barrierefreiheit“, berichtet Heike Clauss von BIK für Alle, „entsprechend kennen viele Firmen die Anforderungen nicht“. Das soll sich durch das Projekt BIK für Alle ändern: Es wird vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales gefördert, um über Vorteile und Umsetzungsmöglichkeiten zu informieren.

BIK für Alle unterstützt

Auf der Internetseite bik-für-alle.de sind viele Informationen rund um barrierefreies Webdesign zu finden – auch Hilfen für eine effiziente und kostengünstige Umsetzung, wie der „Leitfaden für Webseiten-Anbieter“. Hier steht, warum es vorteilhaft ist, Barrierefreiheit bei einer Neuentwicklung oder einem Relaunch zu berücksichtigen, welches Content Management System Barrierefreiheit unterstützt und wie bei der Ausschreibung oder Qualitätssicherung vorgegangen werden kann. Denn wer wissen möchte, ob sein Webangebot barrierefrei ist, kann es testen. Ein etabliertes Testverfahren ist der BITV-Test. Er wurde in BIK-Vorgängerprojekten entwickelt, um Barrierefreiheit überprüfbar zu machen und steht auch als kostenfreie Selbstbewertung zur Verfügung. Ab 2017 wird es zusätzlich einen WCAG-Test geben. „Unser Ziel ist es, die uneingeschränkte Teilhabe aller Menschen im Netz zu fördern“, sagt Heike Clauss. Durchgeführt wird das Projekt von der DIAS GmbH, einem Hamburger Forschungs- und Dienstleistungsunternehmen mit den Schwerpunkten Inklusion und Barrierefreiheit.

Informationen zum Projekt:

BIK - barrierefrei informieren und kommunizieren ist eine vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales geförderte Projektreihe zum barrierefreien Internet. Das jüngste Projekt „BIK für Alle“ zielt darauf ab, in verschiedenen Handlungsfeldern über Chancen und Umsetzungsmöglichkeiten aufzuklären.
www.bik-für-alle.de