Betriebliches Gesundheitsmanagement – Wie kann die Gesundheit der Mitarbeiter/-innen langfristig erhalten werden? 


Im Gesundheitsbereich sind viele Unternehmen bereits aktiv in der Umsetzung einzelner Maßnahmen. Ein ganzheitliches Konzept liegt jedoch meist nicht vor. In diesem Forum suchen die Verantwortlichen nach Anregungen für die systematische Einführung von BGM in ihrem Unternehmen.

In vier moderierten Arbeitskreisen tauschen sich die Mitglieder zu Fragen des Betrieblichen Eingliederungsmanagements, der nachhaltigen Verankerung im Betrieb, der demographiegerechten Arbeitsgestaltung und einer gesunden Führung aus.

Das Forum führt unter der Leitung der Fürstenberg Instituts GmbH und mit Unterstützung der Moderatoren aus den vier Arbeitskreisen halbjährlich einen Austausch zu einem aktuellen BGM-Thema durch. Neben Input zu Erfolgsfaktoren im BGM durch Experten/-innen fand ein Austausch zur Umsetzung von BGM in der Praxis statt, angeregt durch die Vorstellung der Ergebnisse aus den Arbeitskreisen und durch Best-Practice-Beispiele aus Unternehmen. Weitere Themen waren der Umgang mit psychischen Belastungen und der Einsatz technischer Hilfsmittel bei körperlicher Belastung.

Veranstaltungen:

  • 18.05.2017 „Wie kann sich ein Unternehmen strukturell auf Mitarbeiter/-innen mit gesundheitlichen Einschränkungen einstellen?“, Projektvorstellung TERRA „Überbetriebliche Tätigkeitswechsel“, Unternehmensbeispiele, Dokumentation
  • 02.11.2016 „Strategien im Umgang mit psychischen Erkrankungen – Wie können Unternehmen ihre Mitarbeiter/-innen unterstützen?“, Referent: Dr. Hans-Peter Unger, Asklepios Klinik Harburg, Dokumentation
  • 18.05.2016 „Was bringt das neue Präventionsgesetz? – Anspruch und Wirklichkeit in der Unternehmenspraxis“, Referent: Klaus-Peter Stender, Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz Hamburg, pdf
  • 14. 09.2015: „Die psychische Gefährdungsbeurteilung – gesetzliche Pflicht und betriebliche Praxis“, Referenten/-innen: Dr. Sabine Eligehausen, Amt für Arbeitsschutz Hamburg, Christian Ernst, Facharztklinik Hamburg, Thomas Grap, Berufsgenossenschaft Metall, Stefan Remmert, Philips GmbH Market DACH, pdf
  • 27.04.2015:  „Gute Arbeit –Technische Hilfsmittel bei körperlicher Belastung“, Inputgeber/-innen: Christine Heess, Beratende Ingenieurin, Technische Beratung/Integrationsamt, Freie und Hansestadt Hamburg, Katja Baaske, BEM – Beauftragte, vitaCurare GbR, Ilonka Fehrmann, Vertrauensfrau der Schwerbehinderten, Disability Managerin CDMP, Kundenbetreuung, Hamburg Wasser, Detlef Baade, Betriebsrat, Eurogate Container Terminal Hamburg GmbH; Vortrag Christine Heesch „Technische Hilfen“, pdf
  • 27.05.2014: World Café: „BGM in der Unternehmenspraxis“, Protokoll, pdf
  • 06.08.2013: Infoveranstaltung „Aus der Praxis für die Praxis – Beispiele aus den BGM-Arbeitsgruppen“, PDF im Artikel
  • 07.09.2012: Forum Betriebliches Gesundheitsmanagement „BGM und demografische Entwicklung – Konzepte, Erfolgsfaktoren und Erfahrungen aus der Netzwerkarbeit“, Referent: Dr. Michael Drupp, AOK-Institut für Gesundheitsconsulting, Leiter des Facharbeitskreises Gesundheit im ddn, Vortrag pdf  
  • 26.02.2012: Forum Betriebliches Gesundheitsmanagement: „Psychische Gesundheit in Betrieben – Ein aktuelles Forschungsvorhaben in der Gesundheitsregion Hamburg“, Referentin: Melanie Erzberger, Fürstenberg Institut GmbH, pdf

 

 

 

 „Strategien im Umgang mit psychischen Erkrankungen – Wie können Unternehmen ihre Mitarbeiter/-innen unterstützen?“

Rund 50 Unternehmensvertretern/-innen kamen am 2. November 2016 zum Austausch in die Techniker Krankenkasse, um sich im Forum betriebliches Gesundheitsmanagement darüber zu informieren, wie sie ihre Mitarbeiter/-innen bei psychischen Belastungen oder Erkrankungen unterstützen können. Dr. Rainer Hofmann, Leiter der betrieblichen Gesundheitsförderung bei der Techniker Krankenkasse (TK), präsentierte die neueste Stressstudie seines Unternehmens, die einmal mehr die Aktualität des Themas beweist. Daran knüpfte die Keynote des renommierten Fachexperten Dr. Hans-Peter Unger an, der das Publikum mit hilfreichen Informationen und Handlungsempfehlungen über „Strategien im Umgang mit psychischen Erkrankungen“ begeisterte.

Dr. Hans-Peter Unger erläutert die Ursachen von Stress

Die Anzahl der Fälle von Arbeitsunfähigkeit wegen psychischer Störungen steigt nach den Berichten der Krankenkassen seit den 80er-Jahren kontinuierlich an und sind die Hauptursache für Frühverrentungen. Sechs von zehn Erwachsenen hierzulande stehen unter Strom, fast jeder Vierte gibt sogar an, häufig gestresst zu sein. Das geht aus der TK-Stressstudie 2016 „Entspann dich, Deutschland“ hervor. Rainer Hofmann erläutert, dass die diesjährige Befragung der TK den Job mit einem Anteil von 46 Prozent als den wichtigsten Stressfaktor identifiziert hat. Es folgen hohe Eigenansprüche (43 Prozent), Termindichte in der Freizeit (33 Prozent), Straßenverkehr (30 Prozent) sowie die ständige digitale Erreichbarkeit (28 Prozent). 

Hans-Peter Unger ist Experte für den Zusammenhang von Arbeit und Stress

Eine wesentliche Ursache für den gestiegenen Stresspegel sieht Dr. Hans-Peter Unger, Chefarzt des Zentrums für seelische Gesundheit, Asklepios Klinikum Harburg, in den Veränderungen in der Arbeitswelt, die durch Digitalisierung, neue Arbeitsformen (Arbeiten 4.0) und zunehmende Selbstverantwortung geprägt ist. Heute stehen, laut Dr. Unger, die psychisch-mentalen weit vor den körperlichen Beanspruchungen. Rund 40 Prozent der Bundesbürger erkranken einmal im Leben an einer behandlungsbedürftigen psychischen Störung. Ob Stress in Krankheit mündet, entscheidet die seelische Widerstandsfähigkeit oder Resilienz. Sie ist individuell unterschiedlich ausgeprägt und durch genetische, soziale und konstruktive Faktoren bestimmt. Auch ist Stress nicht grundsätzlich negativ, bis zu einem bestimmten Ausmaß fördert er sogar das Leistungsvermögen. Kippt die Kurve (umgedrehtes U) jedoch nach unten, wird die Belastung schädlich. „Listen to your body“ lautet die Empfehlung von Dr. Unger, um rechtzeitig aus der Erschöpfungsspirale (Burnout) herauszufinden.

Unternehmen haben viele Fragen zum Umgang mit Stresserkrankungen

Doch auch der Arbeitgeber kann durch Prävention Krankheit vermeiden. Eine entscheidende Rolle für die seelische Gesundheit am Arbeitsplatz spielt die Führungskultur. Vermittelt sie den Mitarbeitern/-innen positive Emotionen durch Wertschätzung, Lohn/Gehalt, Arbeitsplatzsicherheit und Möglichkeiten zur Weiterentwicklung, so fördert sie die individuelle emotionale Balance.

Was für den Einzelnen gilt, ist auch auf Organisationen übertragbar: „Listen to your people“ lautet die Botschaft, die Dr. Unger Unternehmen empfiehlt. Transparente, ehrliche Kommunikation und Beteiligung der Mitarbeiter/-innen helfen, Stress zu vermeiden. Kommt es dennoch zu einer Erkrankung, haben laut Dr. Unger frühe Interventionen und die Zielsetzung „Stay at work“ erste Priorität. Begleitende Unterstützung durch interne oder externe Beratung und eine Kooperation des betrieblichen Gesundheitsmanagements mit dem Versorgungssystem helfen bei der Rückkehr an den Arbeitsplatz. Gegenseitiges Vertrauen bildet letztendlich die Grundlage für einen gelungenen Abstimmungsprozess.

 Externe Unterstützung finden Unternehmen in Hamburg bei der Anlaufstelle „Perspektive Arbeit und Beschäftigung“ (PAG). Änne Hildebrandt stellte das Angebot vor, das als „neutrale“ Stelle eine Versorgungslücke in der Prävention schließen möchte. Seit Beginn des Jahres berät die PAG Beschäftige wie auch Betrieben kostenfrei rund um das Thema Arbeit und (psychische) Gesundheit.

Auch das Demographie Netzwerk bietet Unternehmen Informationen und Austausch zum betrieblichen Gesundheitsmanagement. In fünf moderierten Arbeitskreisen tauschen Unternehmen in kleiner Runde praktische Erfahrungen aus. Im Arbeitskreis „Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen“ informieren sich Unternehmen über die gesetzlichen Anforderungen und über bewährte Methoden und Instrumente zur Erfassung psychischer Belastungen. Weitere Arbeitskreise arbeiten zu den Themen „Arbeitsbedingungen demographiegerecht gestalten“, „BGM nachhaltig im Betrieb verankern“, „Gesunde Führung“ und „Betriebliches Eingliederungsmanagement“. Die Teilnahme ist kostenfrei und die Moderatoren/-innen der Arbeitskreise freuen sich über neue betriebliche Interessenten/-innen.

Hamburger Unternehmen erfahren in den fünf Arbeitskreisen von ddn Hamburg wie betriebliches Gesundheitsmanagement gelingt.
Annemarie Glowienka leitet den überregionalen AK Gesundheit im ddn e. V.

Auf überregionaler Ebene bietet der „Facharbeitskreis Gesundheit“ des ddn e. V. ein Forum für alle Unternehmen, die bundesweit aktiv sind. Annemarie Glowienka leitet den Arbeitskreises Gesundheit, und stellte ihn den Hamburger Unternehmen auf der Veranstaltung vor. Interessenten/-innen können sich gern per E-Mail an Frau Glowienka wenden: info@hochform-zentrum.de.

Spannend war der Erfahrungsaustausch in drei moderierten Gesprächskreisen im Anschluss an die Impulsvorträge. Die Teilnehmer/-innen nahmen fünf wesentliche Botschaften aus dem Vortrag von Dr. Unger mit:

  1. Emotionale Prozesse haben eine großen Einfluss auf die Gesundheit
  2. Es besteht eine Korrelation zwischen psychischer und physischer Gesundheit 
  3. Unternehmen haben einen großen Einfluss auf die die seelische Gesundheit ihrer Mitarbeiter/-innen 
  4. Emotionen wirken als Mediatoren zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer/-in 
  5. „Listen to your body – listen to your people“

Als typische Stolpersteine nannten die anwesenden Unternehmen:

  1. Softskills spielen bei der Auswahl der Führungskräfte kaum eine Rolle, es zählen allein fachliche Qualifikationen
  2. Change Prozesse werden nicht offen und transparent kommuniziert
  3. Mangelnde Einsicht der Leitung, da viele Mitarbeiter/-innen dem Druck standhalten
  4. Zahlenorientierung der Unternehmensleitung
  5. Führungskräfte dürfen eigene Probleme nicht eingestehen (Sandwich Position)
  6. „Emotionale Ziele“ werden nicht in den Zielzahlen verankert
  7. Arbeitsverdichtung schafft Überforderung
  8. Alterung der Belegschaften und mehr Langzeiterkrankungen, z. B. Krankenhauspersonal
  9. Entgrenzung von Arbeitszeit
  10. Werte werden Top-down geprägt
  11. Keine Fehlerkultur
  12. Fehlendes Vertrauensverhältnis

Positiv nahmen die Unternehmen folgende Entwicklungen wahr:

  1. Der Fachkräftemangel erfordert neue Konzepte bei der Mitarbeitergewinnung und -bindung
  2. Die Mitarbeiterorientierung nimmt zu (seit ca. 5 Jahren spürbar)
  3. Emotionale Faktoren werden Bottom-up eingefordert, insbesondere von der jüngeren Generation
  4. Unternehmen bieten Führungskräfteschulungen an
  5. Die Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen kann als Einstieg dienen
  6. Ansprechpartner/Kümmerer werden eingesetzt
  7. Partizipation der Mitarbeiter/-innen wird gefördert
  8. Alle betrieblichen Akteure arbeiten bei der Eingliederung zusammen (Integrationsteam)
Unternehmen sehen erste Erfolge im Umgang mit psychischen Belastungen bei der Arbeit

Arbeitsergebnisse der drei Gesprächskreise:

  • Gruppe 1: Moderatorin Frau Glowienka, hochForm Gesundheits- und Demografiemanagement
  • Gruppe 2: Moderator Herr Grap, Berufsgenossenschaft
  • Gruppe 3: Moderatorinnen Frau Curtaz und Frau Faedtke, Fortbildungsakademie der Wirtschaft (FAW) gemeinnützige Gesellschaft mbH Holz und Metall - Bezirksverwaltung Hamburg / Bremen

Über den Key-Note-Speaker:
Dr. Hans-Peter Unger ist Psychiater und Psychotherapeut, Chefarzt der Abteilung Psychiatrie und Psychotherapie in der Asklepios-Klinik Hamburg-Harburg, Initiator des ambulanten Zentrums für Stress-Medizin an der Asklepios-Klinik Harburg sowie am AK St. Georg in Hamburg. Dr. Unger hat mit Asklepios Connecting Health ein Modell entwickelt, wie belastete Mitarbeiter/-innen in seelischen Krisen schnelle psychologische Beratung erhalten können und wie arbeitsplatzbezogene Therapieelemente die Rückkehr an den Arbeitsplatz nach einer Depression erleichtern können. Durch sein intensives Engagement für die Themen Stress und Erschöpfungsdepression ist er inzwischen deutschlandweit als Experte und Buchautor für den Zusammenhang von Arbeit und Stress/Burnout/Depression bekannt.


Impulsvorträge zum Download:

 

 

Dr. Sabine Eligehausen, Amt für Arbeitsschutz, Hamburg
Christian Ernst, Geschäftsführer der Facharztklinik Hamburg
Thomas Grap, stv. Geschäftsführer der Berufsgenossenschaft Metall
Stefan Remmert, Fachkraft für Arbeitssicherheit, Philips GmbH Market DACH
Erfahrungsaustausch in den Workshops

Topthema in Unternehmen – Die  Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen

Wie ernst Unternehmen die zunehmende Anzahl psychischer Erkrankungen nehmen, zeigte die Beteiligung von über 90 Unternehmen an der Netzwerkveranstaltung „Die psychische Gefährdungsbeurteilung – gesetzliche Pflicht und betriebliche Praxis“, am 14. September 2015, im Haus der Wirtschaft. Das Demographie Netzwerk Hamburg hatte zum halbjährlichen Treffen des Forums betriebliches Gesundheitsmanagement eingeladen. 

In ihrem Eingangsvortrag informierte Dr. Sabine Eligehausen vom Amt für Arbeitsschutz über die Anforderungen an eine Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen. Unternehmen sind zwar seit 1997 gesetzlich dazu verpflichtet, psychische Belastungen am Arbeitsplatz zu erheben, die Verankerung im Arbeitsschutzgesetz im Jahr 2013 gab dem Thema aber noch einmal zusätzliche Brisanz.

Das Hamburger Arbeitsschutzmodell fokussiert vor allem auf Beratung und Systemkontrolle. Laut Dr. Eligehausen sind sieben Schritte maßgeblich für eine erfolgreiche Gefährdungsbeurteilung (s. Präsentation). Die Hauptursachen psychischer Belastungen seien die Arbeitszeitorganisation, die physikalische Umgebung, z. B. durch Lärm, und die Arbeitsbeziehungen.  Ob Stress zu einer Erkrankung führt, hängt außerdem von den individuellen Ressourcen, der Dauer der Belastung sowie vom privaten und beruflichen Umfeld ab. Die Referentin stellte in ihrer Präsentation verschiedene Methoden und Analyseverfahren vor. Ausschlaggebend für die Begutachtung durch das Amt für Arbeitsschutz sei der Nachweis eines systematischen und plausiblen Prozesses. Kontinuierliche Verbesserung und die Umsetzung erster Maßnahmen sind erforderlich. Erfolgsfaktoren sieht Dr. Eligehausen in der Unterstützung durch die Unternehmensleitung und die frühzeitige Einbeziehung der Mitarbeiter/-innen. Sie rät Unternehmen, beim aktuellen Problemdruck anzusetzen und bereits vorhandene Maßnahmen einzubeziehen.

Neue Herausforderungen waren in der Facharztklinik Hamburg Auslöser für ein systematisches Herangehen an die Gefährdungsbeurteilung: Change Prozesse im Unternehmen, ein hohes Durchschnittsalter der Beschäftigten und akuter Bedarf an motivierten und qualifizierten Mitarbeitern/-innen. Die Unternehmensleitung entschied sich im Jahre 2010 für eine Mitarbeiterbefragung zur psychosozialen Gesundheit, um auf Basis der Ergebnisse passgenaue Maßnahmen zu entwickeln. Die Befragung wurde vier Jahre später wiederholt. Der Erfolg zeigte sich in einer hohen Mitarbeiterzufriedenheit, einer gute Bewerberlage und in der Bindung älterer Mitarbeiter/-innen an das Unternehmen.

Veränderungsprozesse veranlassten auch die Berufsgenossenschaft Holz und Metall, die Gefährdungsbeurteilung anzugehen. Rund 40 Prozent der Mitarbeiter/-innen nahmen das Angebot des Arbeitgebers zur Telearbeit an, was ganz neue Herausforderungen nach sich zog: Telearbeiter/-innen „entfremden“ sich dem Unternehmenssitz, die „Zurückgebliebenen“ müssen zusätzliche Aufgaben erfüllen, Vertrauensarbeitszeit steht gegen die Stempeluhr. Eine Herausforderung für die Führung ist es heute, die Mitarbeiter/-innen individuell zu führen und 27 unterschiedliche Arbeitszeitmodelle im Blick zu haben. Eine geplante EDV-Umstellung mit veränderten Prozessabläufen gab den Ausschlag, um eine Mitarbeiterbefragung mit der Erfassung psychischer Belastungen durchzuführen. Anschließend wurden als Benchmarks die Kennzahlen des öffentlichen Dienstes herangezogen. Erste Maßnahmen sind jetzt in der Umsetzung.

Für die Philips Deutschland GmbH ist es wichtig, die Firmenvision „Lebensqualität der Menschen mit sinnvollen Innovationen verbessern“ auch intern zu leben. Deshalb setzte das Unternehmen mit dem Programm „Philips in Balance“ zunächst Maßnahmen wie Rückencoaching und Gesundheitscoaching um und implementierte eine Reihe anderer Angebote des Gesundheitsmanagements, beispielsweise die kollegialen Ansprechpartner, das BEM-Team oder die Kooperation mit dem pme Familienservice und mit Asklepios Connecting Health. Die psychische Gefährdungsbeurteilung soll nun in einem systematischen Prozess eingeführt werden. Hierzu wurde auf Initiative der Unternehmensführung eine Koordinationsgruppe Psychische Gesundheit gebildet, die alle Stakerholder mit einbezieht und für die Bestandsaufnahme, Festlegung der Verantwortlichkeiten und Kommunikation zuständig ist. Eine Arbeitsgruppe Psychische Belastungen unter Federführung des Arbeitsschutzausschusses übernimmt die inhaltliche Ausgestaltung. Das Roll-out des Projektes findet im September 2015 statt.

In drei Workshops standen die Referenten/-innen den Teilnehmern/-innen für eine vertiefte Diskussion zur Verfügung. Die Ergebnisse finden Sie hier. (Fotos der Metaplanwände)

Wenn Sie an dem Thema „Gefährdungsbeurteilung“ weiterarbeiten möchten, senden Sie bitte eine E-Mail an schellhas@kwb.de. Wir werden Sie dann in Kürze zu einem Austausch im Rahmen eines Arbeitskreises einladen.

Präsentationen zum Download und Workshopergebnisse:

 

Klaus-Dieter Nowas (TK)
Klaus-Dieter Nowas (TK) und Britt Voß (Nestlé)
Ergo-Scouts beraten bei Nestlé direkt am Arbeitsplatz
Vier BGM-Arbeitskreise von ddn Hamburg laden zur Mitarbeit ein

Forum Betriebliches Gesundheitsmanagement – Unternehmen machen BGM zur Chefsache 

Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) gilt bei der Nestlé Deutschland AG und der Techniker Krankenkasse als „Chefsache“. „BGM kann nur dann erfolgreich sein, wenn die Führung im Boot ist“, erklärte Klaus-Dieter Nowas (links im Bild), innerbetriebliches Gesundheitsmanagement bei der Techniker Krankenkasse. Im Forum BGM zeigten beide Unternehmen am 4. Dezember 2014 vor 25 Gästen ihre Erfolgsfaktoren in zwei Impulsbeiträgen auf. In den anschließenden Gruppendiskussionen ging es um eigene Erfahrungen bei der Einführung von BGM, um Stolpersteine und um Anregungen für die Praxis.

Klaus-Dieter Nowas, innerbetriebliches Gesundheitsmanagement bei der Techniker Krankenkasse und Britt Voß, betriebliches Gesundheitsmanagement der Nestlé Deutschland AG am Produktionsstandort Hamburg, sind sich einig: BGM ist vom Nice-to-have längst zur Notwendigkeit geworden. Denn Fachkräfte zu halten – und zwar gesund bis zum Renteneintritt –, wird angesichts des zunehmenden Fachkräftemangels unerlässlich.

Zwei Faktoren sind aus ihrer Sicht essenziell für ein erfolgreiches BGM: zum einen die systematische und konsequente Einführung eines Gesamtkonzeptes mit präventivem Charakter und zum anderen die Unterstützung durch die Unternehmensleitung. „Die gesundheitlichen Probleme sind größer geworden und erfordern ein effektives BGM. Dafür sind grundsätzlich eigene Ressourcen und Strukturen nötig. Bei uns ist BGM im Personalbereich angesiedelt und zwar gleichwertig zur Personalbetreuung“, sagte Voß. Auch bei der Techniker Krankenkasse ist das interne BGM sehr bewusst der Personalentwicklung zugeordnet. „Gesundheit ist für uns Teil der Personalentwicklung, denn dort wird auch das Thema Führung supportet, das so unerlässlich für den BGM-Prozess ist“, sagt Nowas.

In den Gruppendiskussionen ergänzten die Teilnehmer/-innen, dass gesundheitsbewusstes Verhalten als Ziel in der Unternehmenskultur verankert werden müsse und dass Führungskräfte als Vorbilder agieren sollten. Die Mitarbeiter/-innen ziehen mit, wenn der Vorgesetzte die Angebote auch selbst wahrnimmt und zum Mitmachen motiviert.

Ein weiterer Erfolgsfaktor in den Best-Practice-Unternehmen ist die Einbeziehung aller betrieblichen Akteure/-innen und die Kommunikation der Maßnahmen, um Vertrauen zu schaffen. Im Nestlé Werk Hamburg sitzen Werksleitung und Führungskräfte, Betriebsrat und Betriebsarzt an einem Tisch und ziehen interne und externe Fachstellen hinzu. Bei der Bandarbeit stehen ergonomische Maßnahmen an erster Stelle. Sogenannte innerbetrieblich qualifizierte „Ergo-Scouts“ sind vor Ort und unterstützen die Mitarbeiter/-innen dabei, den Arbeitsplatz ergonomisch einzurichten, zeigen den Kollegen/-innen arbeitsplatzspezifische Entlastungsübungen oder demonstrieren einen ergonomischeren Bewegungsablauf.

Die Techniker Krankenkasse setzt auf dezentrale Gesundheitsnetzwerke, die aus der Leitung der Organisationseinheit, der Mitarbeitervertretung, der Gleichstellungsbeauftragten, der Vertretung der Personalabteilung sowie aus Vertretern/-innen der Führungskräfte, der Teamleiter und der Teams bestehen. Die Netzwerke ziehen für die Arbeit am Standort Fachkräfte für Arbeitssicherheit, Betriebsmediziner und externe Mitarbeiterberater/-innen hinzu. Ein zentrales innerbetriebliches Gesundheitsmanagement steht den dezentralen Netzwerken zur Seite.

Die Impulsbeiträge warfen in den Gruppen die Frage auf, wie Mitarbeiter/-innen zur langfristigen Nutzung der BGM-Angebote und zur Eigenverantwortung für ihre Gesundheit motiviert werden könnten? Die Teilnehmer/-innen arbeiteten heraus, dass Wertschätzung, eine klare, zielgruppengerechte Kommunikation sowie Möglichkeiten zur Einflussnahme die Eigenverantwortung stärken würden. Auch ein Entgegenkommen des Arbeitgebers zahle sich aus, indem Arbeitszeit und Freizeit anteilig für die Nutzung der BGM-Angebote eingebracht werden.

Auf die Frage, ob es unterschiedliche Anforderungen an das BGM für Tätigkeiten in der Produktion und im Büro gebe, antwortete Voß: „Das Band läuft aus betrieblichen Gründen Tag und Nacht, das stellt uns vor besondere Herausforderungen. Es sind beispielsweise nur bedingt bewegte Pausen am Arbeitsplatz möglich.“ Die zunehmende Anzahl von Mitarbeitern/-innen, die aus medizinischen Gründen nur noch eingeschränkt im Schichtbetrieb einsetzbar sind, auch teilweise Jüngere, sieht sie als problematische Entwicklung für den Betrieb. Nach ihrer Erfahrung ist besonders in der Produktion eine stärkere Sensibilisierung für präventive Maßnahmen notwendig.

Prävention steht auch für Nowas an erster Stelle: „Der Krankenstand markiert nur die Spitze des Eisbergs, wesentlichere Verluste entstehen durch nicht eingebrachte potenzielle Leistungen und körperliche wie psychische Belastungen.“ Bei Bürotätigkeiten stehen Rückenerkrankungen, Herz-Kreislauf-Beschwerden sowie psychische Belastungen an erster Stelle.

Ein Thema für den weiteren Austausch im Forum wäre die Frage nach einem effektiven Gesundheitscontrolling. Nowas sieht z. B. in der Mitarbeiterbefragung ein geeignetes Instrument. Bei der Techniker Krankenkasse wird eine umfangreiche Gesundheitsbefragung durchgeführt, die zwei Dingen dient: 1., um die Gesundheitssituation des Unternehmens darzustellen und 2., um die Wirksamkeit gesundheitsförderlicher Maßnahmen zu messen. Die gute Nachricht – auch für kleinere Unternehmen – sei, dass Maßnahmen der Gesundheitsförderung nicht unbedingt (viel) Geld kosten: bewegte Pausen, gegenseitige Wertschätzung oder eine Optimierung der Arbeitsabläufe sind nur einige Anregungen.

Voß ist sich jedoch der Grenzen von BGM bewusst: „BGM steht bei uns ganz oben, aber trotz aller Bemühungen werden wir nie alle Mitarbeiter/-innen erreichen. Stattdessen lohnt es sich, die Motivierten zu fördern. Eine Erfolgsquote von 70 bis 80 Prozent ist schon ein sehr gutes Ergebnis.“

Die BGM-Arbeitskreise laden zur Mitarbeit ein: 

Die aktuellen Termine finden Sie unter http://hamburg.ddn-regionalnetzwerk.de/hamburg-termine.html.

Präsentationen zum Download:

 

Betriebliches Gesundheitsmanagement in der Praxis

Experten/-innen präsentierten Erfahrungen aus Unternehmen

Im Forum "Aus der Praxis für die Praxis" präsentierten am 6. August 2013 die Moderatoren/-innen der fünf Arbeitsgruppen zum betrieblichen Gesundheitsmanagement (BGM) im Demographie Netzwerk Hamburg ihre Ergebnisse vor einem fachkundigen Publikum aus ca. 50 Unternehmen. Seit einem halben Jahr tauschen sich betriebliche Gesundheitsexperten/-innen in Kleingruppen intensiv zu Fragen der praktischen Umsetzung aus. „Die Einführung von BGM ist eine Managementaufgabe, die nur mit Unterstützung der Unternehmensführung gelingen kann“, resümierten die Referenten/-innen ihre Praxiserfahrungen.

Andrea Dietrich vom Unternehmensverband Nordmetall e. V. skizzierte in ihrem Eingangsreferat den idealen Prozessverlauf eines betrieblichen Gesundheitsmanagements vor, den sie mit zahlreichen Beispielen aus ihrer umfangreichen Beratungspraxis veranschaulichte. Die Referentin stellte sieben Thesen zur Diskussion, in denen sie insbesondere auf die Rolle der Führung und die Notwendigkeit einer umfassenden Strategie verwies. Viele Unternehmen bieten zwar Maßnahmen zur Gesundheitsförderung an, diese seien jedoch nur ein Teil von BGM, erläuterte Andrea Dietrich. Für kleine und mittlere Unternehmen hält Dietrich eine stark auf die aktuellen Bedarfe ausgerichtete individuelle Begleitung für notwendig. Der Vorteil liege in der schnelleren Umsetzung. „Auch kleinere Maßnahmen führen in KMU schon zu Erfolgen“, berichtete die Referentin und Moderatorin der Arbeitsgruppe „BGM in KMU“. Die AG erarbeitet eine Strategie, um KMU für das Thema BGM zu sensibilisieren und entwickelt ganzheitliche Konzepte, die auf die Bedürfnisse von klein- und mittelständischen Unternehmen abzielen und deren Ressourcen und Organisationsstruktur berücksichtigen.

Ziel einer umfassenden BGM-Strategie ist es, die Arbeitsfähigkeit der Mitarbeiter/-innen zu erhalten, bzw. zu verbessern. Welche Bedingungen müssen insbesondere unter dem Vorzeichen des demographischen Wandels geschaffen werden, damit Mitarbeiter/-innen aller Altersstufen an ihrem Arbeitsplatz die optimale Leistung erbringen können? Die Arbeitsgruppe „Demographischer Wandel – (k)ein Problem?“ sucht praktische Lösungsansätze für diese komplexe Fragestellung. Noch stehe zur Diskussion, welches Handlungsfeld bearbeitet werde, berichtete der Referent und Moderator der Arbeitsgruppe, Marc Schubert vom AMD TÜV Rheinland.

Bei der Entwicklung einer Strategie sollten die Mitarbeiter/-innen mit einbezogen werden, sei es durch Befragungen, Workshops oder andere Formen der Beteiligung. Die Angebote sollten auf die verschiedenen Zielgruppen zugeschnitten werden, damit sie sie auch nachhaltig nutzen. Die Arbeitsgruppe „Zielgruppengerechte BGM-Angebote“ unter der Leitung von Gerd Müller-Westphal von der Eppendorf AG nimmt sich einzelne Zielgruppen vor und trägt Ideen, Best-Practice-Beispiele und kreative Lösungen für Maßnahmen zusammen. Sie sucht anschließend auch nach Wegen, diese Maßnahmen im Unternehmen zu kommunizieren. 

Die Frage der Kommunikation wird noch grundlegender in der Gruppe „BGM erfolgreich im Unternehmen platzieren“ bearbeitet. Für den Erfolg unabdingbar sei es, die Unternehmensleitung und die Führungskräfte von BGM zu überzeugen und eine systematische Verankerung des Themas Gesundheit in Strategie, Struktur und Kultur zu erzielen, stellte die Referentin, Melanie Gross, Fürstenberg Institut GmbH,klar. Anhand von Praxisbeispielen trägt die Gruppe Lösungsansätze zusammen, die von anderen Unternehmen übernommen oder weiterentwickelt werden können.

Oft hilft ein Anlass, der richtige Zeitpunkt oder die eigene Betroffenheit dabei, Führungskräfte von der Einführung von BGM zu überzeugen. Den idealen Einstieg kann ein Fall aus dem betrieblichen Eingliederungsmanagement (BEM) bieten. In der Arbeitsgruppe „BEM – aus der Praxis für die Praxis“ stellen die Teilnehmer/-innen Fälle aus ihren Unternehmen vor. Diskutiert werden juristische Fragen, Möglichkeiten der Prozessoptimierung und Lösungswege. Ziel ist es, sich gegenseitig Anregungen für die Umsetzung zu geben. Daniela Opiela von der BIHA/FAW gGmbH stellte den Ablauf  des BEM-Verfahrens vor, ihre Kollegin, Dr. Cornelia Reindl, zeigte anhand anonymisierter Fälle die Umsetzung in der Praxis auf.

Die Arbeitsgruppen freuen sich über weitere Interessenten/-innen! Alle Termine finden Sie unter http://hamburg.ddn-regionalnetzwerk.de. Bitte wenden Sie sich an die Netzwerkkoordinatorin, Susanne Sabisch-Schellhas, unter schellhas@kwb.de.

 

 

Appendix:

  • Eingangsreferat und Thesen Download
  • BGM in KMU Download
  • Demographischer Wandel – (k)ein Problem? Download
  • Zielgruppengerechte BGM-Angebote Download
  • BGM erfolgreich im Unternehmen platzieren Download
  • BEM – aus der Praxis für die Praxis Download
Dr. Michael Drupp, AOK-Institut für Gesundheitsconsulting

Dr. Michael Drupp, AOK-Institut für Gesundheitsconsulting und Susanne Sabisch-Schellhas, ddn Hamburg

So können Unternehmen ihre Mitarbeiter/-innen gesund erhalten

Netzwerk „Forum Gesundheit“ liefert Ideen für das betriebliche Gesundheitsmanagement

“Betriebe können einen erheblichen Beitrag zum Gesundheitserhalt ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter leisten“, sagt Dr. Michael Drupp, der Leiter des niedersächsischen AOK-Instituts für Gesundheitsconsulting. Im Forum Gesundheit des Demographie Netzwerkes Hamburg präsentierte er am 7. September 2012 in der KWB die Ergebnisse seiner jahrelangen Erfahrung in der Beratung von Unternehmen zum betrieblichen Gesundheitsmanagement (BGM).

Anhand verschiedener Studien konnte Dr. Drupp den positiven Einfluss eines guten Arbeitsklimas und einer wertschätzenden Führungskultur auf die Mitarbeitergesundheit nachweisen. Ebenso wichtig seien eine gesundheitserhaltende Gestaltung der Arbeitsbedingungen sowie Gesundheitsangebote des Arbeitgebers zur Bewegung, Ernährung und zum Stressabbau. Dabei könne die beste Wirkung mit einem salutogenen Ansatz erzielt werden, der mit präventiver Diagnostik und Gesundheitsförderung bei den Gesunden ansetzt und die Entstehung von Krankheit verhindern hilft.

Besondere Bedeutung maß der Referent dem BGM aufgrund des demographischen Wandels zu. Das Durchschnittsalter der Beschäftigten in Deutschland werde von noch 44,3 in 2010 auf 49,5 Jahre in 2030 ansteigen.  Auf den überproportional wachsenden Anteil älterer Beschäftigter in den Belegschaften müssten Betriebe eingehen, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Werde das betriebliche Gesundheitsmanagement vernachlässigt, so sinke die Arbeitsfähigkeit der Mitarbeiter/-innen ab dem 55. Lebensjahr deutlich. 

Einem gängigen Vorurteil widersprach der Gesundheitsexperte jedoch vehement: „Ältere sind nicht per se weniger produktiv als Jüngere. Einige Fähigkeiten entwickeln sich sogar erst mit zunehmendem Alter wie Besonnenheit, Urteilsfähigkeit, Zuverlässigkeit oder Arbeitssorgfalt. Die höchste Produktivität konnte in Betrieben mit einem überwiegenden Anteil der 45- bis 49-Jährigen nachgewiesen werden.“  Entscheidend für den Erhalt der Arbeitsfähigkeit in den verschiedenen Phasen des Erwerbslebens sei eine alter(n)sgerechte Personalpolitik und -entwicklung. In der Analyse sollten Unternehmen eine Differenzierung nach Altersgruppen vornehmen und daraus Maßnahmen ableiten, die sie evaluieren und anpassen. 

Unter den aufgeführten Erfolgsfaktoren von alternsbezogenem BGM hob Dr. Drupp einen besonders hervor: „Netzwerken bringt allen Beteiligten einen Mehrwert, weil die Summe an Erfahrungen und Ideen mehr ist als das Know-how eines einzelnen Betriebes.“ Gerade für kleine und mittelständische Unternehmen sei es von Nutzen, sich gegenseitig bei der Etablierung und Umsetzung einer mitarbeiterorientierten Unternehmenskultur durch Gesundheitsmanagement zu unterstützen. Aus seiner langjährigen Praxis als Leiter des Arbeitskreises Gesundheit im ddn – Das Demographie Netzwerk benannte der Experte unterstützende wie hemmende Faktoren der Netzwerkarbeit. Positiv erwähnte er u. a. Termine in den Firmen mit Begehung von Arbeitsplätzen und Produktion, eine offene Gesprächsatmosphäre und die permanente Weiterentwicklung. Für negativ hielt er Informations- und Terminüberflutung, Passivität / Konsumhaltung von Teilnehmern/-innen und oberflächliche Diskussionen.

Mit umfangreichem Know-how aus dem Eingangsreferat versehen, tauschten sich die Teilnehmenden in drei Kleingruppen intensiv über die Umsetzung von BGM in den jeweiligen Unternehmen aus. Auf die Frage zum Stand der Umsetzung ordnete sich die Hälfte der Unternehmen dem Bereich erster Maßnahmen zu, die andere Hälfte war bereits auf dem Weg zu einem systematischen Management. So waren die Erwartungen zum einen auf Austausch von Best Practice und Strategien ausgerichtet, zum anderen auf ganz konkrete Unterstützung bei der alter(n)sgerechten Arbeitsplatzgestaltung, Qualifizierung und Führung. In den Gruppen zeigte sich bereits der Nutzen des Netzwerkens: Während ein Unternehmen ein Konzept zum betrieblichen Eingliederungsmanagement (BEM) benötigte, brachte ein anderes bereits umfangreiches Know-how in diesem Bereich mit.

Den Austausch im Forum Gesundheit möchten die Teilnehmenden zunächst in kleinen Gruppen vertiefen. Eine Taskforce wird die Arbeit des Forums zusammenführen, weiter vorantreiben und zweimal jährlich zum Austausch der Ergebnisse einladen.

Wenn Sie mitarbeiten möchten, wenden Sie sich bitte an Susanne Sabisch-Schellhas unter schellhas@kwb.de oder telefonisch 040 334241-415. Die Teilnahme an den Foren ist kostenfrei.

Download:

Präsentation Dr. Drupp, AOK-Institut für Gesundheitsconsulting, Betriebliches Gesundheitsmanagement und demographischer Wandel – Konzepte, Erfolgsfaktoren und Erfahrungen aus der Netzwerkarbeit (PDF)