Qualifizierung und Wissensmanagement – Lebensbegleitendes Lernen in Unternehmen


Kompetente Mitarbeiter/-innen sind ein entscheidender Wettbewerbsfaktor für den Unternehmenserfolg. Doch wie kann ein Unternehmen das vorhandene Wissen optimal nutzen und halten? Verrentung, Unternehmenswechsel, Sabbaticals, Eltern- und Pflegezeiten entziehen dem Betrieb Know-how. Wie kann der drohende Wissensverlust vermieden werden, welche Instrumente für den Wissenstransfer gibt es und welche Erfahrungen haben Unternehmen damit gesammelt?

Das Demographie Netzwerk Hamburg bietet Unternehmen mit dem Forum „Qualifizierung und Wissensmanagement – lebensbegleitendes Lernen im Unternehmen“ eine Plattform, um sich zu informieren, Erfahrungen auszutauschen und Best-Practice-Modelle kennenzulernen. Es finden drei bis vier Netzwerktreffen pro Jahr statt. Die Inhalte bestimmen Sie. Fachlich wird das Forum von Julia Meyer, Pumacy Technologies AG, unterstützt.

Veranstaltungsübersicht

  • 17.11.2015: Workshop: "Ältere Mitarbeiter/-innen und Innovationen – wie Sie alle Ressourcen einbeziehen", pdf
  • 01.05.2015: Workshop: „Wissenstransfer in älter werdenden Belegschaften“, pdf
  • 30.06.2015: „Wissensmanagement und demographischer Wandel" – Kooperationsveranstaltung des Demographie Netzwerkes Hamburg mit der HR Group von Hamburg@work,
    Referenten:
    Martina Matthäi-Lehmann, Manager Human Resources, Labinal GmbH Germany, pdf
    Sebastian Sukstorf, Personalentwickler, D+H Mechatronic AG, pdf
  • 29.04.2015: „Wie lernen Alt und Jung von- und miteinander?“ Überregionales Netzwerktreffen bei der Hamburger Logistik AG,
    Referenten:
    Prof. Dr. med. Falkenstein, Dipl.Psych.,Dipl.-Ing., Leibniz Institut für Arbeitsforschung an der TU Dortmund (IfADo), Institut für Arbeiten, Lernen, Altern (ALA) in Bochum, pdf
    Prof. Dr. Christian Stamov-Roßnagel, Professor für Organizational Behavior an der Jacobs University, pdf
    Dr. Alexander Spermann, Director of Labor Policy Germany, IZA – Forschungsinstitut zur Zukunft der Arbeit GmbH, pdf
  • 26.03.2015: Auftaktveranstaltung „Forum Qualifizierung und Wissensmanagement“ – dem Fachkräftemangel entgegenwirken“
    Referent: Volker Schramm, Referent Personalentwicklung, Hauni Maschinenbau AG, pdf
  • Auswertung der Thementische, pdf

04.07.17 Die Wissensstafette am Beispiel der DAK – 
Methodenworkshop zur Sicherung von implizitem Wissen bei ddn Hamburg


Wissensmanagement gewinnt in den Unternehmen an Brisanz. Das zeigt das große Interesse an einer Workshopreihe zur Sicherung von implizitem Wissen, die das Forum „Wissensmanagement und Qualifizierung“ bei ddn Hamburg anbietet. Am 4. Juli 2017 erfuhren 22 Teilnehmende, wie die Wissensstafette bei der DAK-Gesundheit angewendet wird, und konnten einzelne Bausteine der Methode erproben.

Frank Jaster, Personalmanager bei der DAK-Gesundheit, hat - angeregt durch einen Workshop bei ddn Hamburg - die Wissensstafette zur Weitergabe von Erfahrungswissen im Unternehmen verankert. Seine Begeisterung für das Tool wollte er mit anderen teilen und stellte den Unternehmensvertretern/-innen sehr anschaulich und kompetent vor, was das Instrument leistet und wie es in der Praxis anzuwenden ist. Damit schloss der Referent an den Workshop vom 22.02.2017 an, in dem die Workshopleiterin Ute Flügge verschiedene Methoden vorgestellt hatte, mit deren Hilfe Erfahrungswissen gesichert und neues Wissen generiert werden kann. 

Im Praxisteil entschieden sich die Teilnehmenden unter den vorgestellten Formaten für den Wissensbaum und erstellten in Kleingruppen exemplarisch das Profil eines Gruppenmitgliedes.  Ausführlich ging Frank Jaster dann auf das Transfergespräch ein, dessen Ergebnis in eine Wissenslandkarte mündet. Nach einem hilfreichen Exkurs über Fragetechniken konnten die Teilnehmenden wiederum in der Gruppe Fragen zu den Unterpunkten einer vorgegebenen Wissenslandkarte entwickeln.

Hochmotiviert möchten die Teilnehmenden den Austausch fortsetzen. Ute Flügge moderierte als Leiterin des Forums die Abstimmung über die nächsten Themen. Knapp vorne lag die „Nutzenargumentation“ gegenüber Unternehmensleitung, Führungskräften und Controlling. Gleichauf lagen der Wunsch nach „Ideen zur Implementierung von Wissensmanagement im Unternehmen“ und nach „Instrumenten zur Weitergabe von Erfahrungswissen, speziell im Dialog Alt - Jung“.

Der nächste Workshop findet am 19.10.2017, von 17.00 bis 19:30 Uhr, in der KWB e. V., Kapstadtring 10, 22297 Hamburg statt. Sie können sich bereits jetzt bei Sebastian Hentschel, hentschel@kwb.de anmelden.

Dokumentation:

Vortrag Frank Jaster, Personalmanager, DAK-Gesundheit „Wissensstafette – Nachhaltige Wissensweitergabe bei der DAK-Gesundheit“, pdf

Wissensbäume

Wissenslandkarten


Wie kommen Arbeitgeber und Geflüchtete zusammen? – 27.4.2017 | Kooperationsveranstaltung zur Kompetenzerfassung stellt Lösungen vor


Wie finden Arbeitgeber, die dringend Fachkräfte benötigen, und Geflüchtete, die Arbeit suchen, zueinander? Dieser Frage gingen am 27. April knapp 40 Unternehmen und weitere Arbeitsmarktakteure auf Einladung des Demographie Netzwerk Hamburg (ddn Hamburg), der Handwerkskammer und Randstad nach. Zum Thema „Kompetenzen erkennen – Chancen für Unternehmen und Beschäftigte“ präsentierten die Hamburger Beratungsstelle W.I.R., Randstad sowie die Projekte „Foodactive“ und „Mission Zukunft" im ELBCAMPUS ihre Angebote zur Kompetenzerfassung und Vermittlung in Arbeit. 

Die Integration von Geflüchteten ist ein Beitrag zur Fachkräftesicherung und wurde von ddn Hamburg im vergangenen Jahr bereits im Rahmen einer Fachkonferenz thematisiert. Daran knüpfte Martina Staats, Senior Consultant Arbeitsmarktprojekte bei Randstad und Moderatorin des ddn-Forums Qualifizierung und Wissensmanagement mit dieser Kooperationsveranstaltung an.

Im Interview: Dr. Föcking, Dr. Filipzik, Dr. Kahlenberg, Susanne Sabisch-Schellhas, Hanna Schüßler und Maylin Kesper (v. links)
Dr. Friederike Föcking präsentiert W.I.R.
Dr. Kerstin Filipzik integriert Geflüchtete in die Ernährungswirtschaft


Beispiele aus der Praxis

Als erste Referentin erläuterte Dr. Friederike Föcking von der Hamburger Beratungsstelle W.I.R – work and integration for refugees, die Arbeit der bundesweit einzigen Initiative zur Koordination aller Akteure, die Geflüchteten in Arbeit oder Ausbildung vermitteln. Damit ist Hamburg Vorreiter in der koordinierten Qualifizierung und Vermittlung dieser Zielgruppe. 

W.I.R. kooperiert u. a. mit dem Projekt Mission Zukunft des ELBCAMPUS, das einerseits zur Anpassungs- und Nachqualifizierung und andererseits zur Integration von Geflüchteten in Arbeit beiträgt. Ein eindrucksvoller virtueller Rundgang durch die Werkstätten zeigte, wie hier in der Praxis und ganz konkret am Arbeitsplatz gelernt wird.

Mehrmals im Jahr führt das Projekt, das Maylin Kesper und Hanna Schüßler präsentierten, Praxiswochen in den Bereichen Gesundheitswesen, Metall, Schweißen und Elektro durch. Hier können Menschen ohne formalen Abschluss die Berufsfelder kennenlernen, ihre Kompetenz für diese Tätigkeiten feststellen und Kontakte zu den eingeladenen Arbeitgebern knüpfen. Ziel ist die Aufnahme einer Weiterbildung mit Perspektive auf Übergang in Praktikum und/oder Arbeit. Gleiche Ziele verfolgt auch der Praxistag von „Foodactive – Das Ernährungsnetzwerk der Metropolregion Hamburg“, den Dr. Kerstin Filipzik anschließend vorstellte. Mit Hilfe eines „Kompetenztest für die Gastronomie" und einer ersten Kompetenzfeststellung in Praxissituationen soll das Interesse für die Arbeit mit Nahrungsmitteln geweckt und eine erste Orientierung über Berufe und Tätigkeiten gegeben werden. Ein Matching mit potenziellen Arbeitgebern ist über die Einbindung in den Unternehmensverbund auf dem Großneumarkt gegeben. 

„Die berufliche Qualifizierung und Integration von Zuwanderern und Ungelernten ist für uns nicht neu“ erläuterte Dr. Christoph Kahlenberg von der Randstad Akademie in seinem Beitrag. Der Referent stellte an einem Beispiel aus der Logistik fünf Qualifizierungsbausteine vor, die einen Kompetenztest für Ungelernte, Lernen im Job sowie Qualifizierungsangebote z. B. im Spracherwerb oder in der bedarfsorientierten Fort- und Weiterbildung umfassen.

Erfolgsfaktoren

Zum Abschluss der Veranstaltung hatten die Referenten/-innen Gelegenheit, im Interview mit Susanne Sabisch-Schellhas, Projektleiterin KWB e. V. und Koordinatorin von ddn Hamburg, den Mehrwert ihrer jeweiligen Integrationsverfahren noch einmal herauszustellen. Dabei betonten beide Projekte den Wert der praktischen Erfahrung und die Chance, Fähigkeiten zu entdecken und zu zeigen, die im Betrieb benötigt werden. Der persönliche Kontakt und Austausch seien in ihren Angeboten ein wesentlicher Erfolgsfaktor. 

Dr. Kahlenberg hob die vielfältigen Qualifizierungs- und Entwicklungschancen hervor, die Ungelernte bei Randstad nutzen könnten. Der direkte Zugang zu den Betrieben stelle ein weiteres Plus für die Zielgruppe dar. Kritisch sehe er allerdings die neuen gesetzlichen Regelungen zur Begrenzung der Höchstüberlassungsdauer, da die Beschränkung auf 18 Monate die Möglichkeiten zur beruflichen Weiterentwicklung im Rahmen von Zeitarbeit einschränke. 

Die Zusammenarbeit in W.I.R. habe sich bewährt; darin stimmten Frau Dr. Föcking, Frau Kesper und Frau Schüßler vom ELBCAMPUS und Frau Dr. Filipzik von Foodactive überein. Trotz aller Hürden in Form von Bürokratie, fehlender Sprachkenntnisse und kultureller Unterschiede ist die Integration in Arbeit auf den Weg gebracht und wird mit Toleranz, Offenheit, Geduld und Verständnis auch von Seiten der Arbeitgeber in Zukunft immer besser gelingen. 

Dr. Kahlenberg sieht gute Chancen zur Integration Geflüchteter über Zeitarbeit
Andreas Schmolls beim virtuellen Rundgang durch die Werkstätten des ELBCAMPUS

„Wie sichere ich Erfahrungswissen im Unternehmen – Knowledge Cafe, Community of practice, Mentoring und mehr“

Ute Flügge, Organisationsberaterin, Mediatorin und Coach, ist Expertin für die Sicherung von implizitem Wissen

Mittwoch, 22. Februar 2017, 14:00 bis 16:30 Uhr
Randstad Deutschland GmbH & Co. KG, Hahnenkamp 1, 22765 Hamburg

Der Demographische Wandel ist in den Unternehmen abgekommen und Betriebe stehen heute zunehmend vor der Aufgabe, wertvolles Erfahrungswissen scheidender Mitarbeiter/-innen für das Unternehmen zu sichern.

Das Forum Qualifizierung und Wissensmanagement hat diesen Bedarf in einem Workshop aufgegriffen und einen Dialog angestoßen, der in Folgeworkshops fortgesetzt wird.

Zum Auftakt stellte am 22. Februar 2017 die Referentin Ute Flügge, Organisationsberaterin, Mediatorin und Coach, die wichtigsten Methoden zur Sicherung von implizitem Wissen vor. Mit dialogbasierten Methoden von Mensch zu Mensch kann personengebundenes, implizites Wissen bewusstgemacht und übertragen werden. Dieser Ansatz geht über die Erfassung von Faktenwissen in Unternehmenswikis und Sharepoints hinaus und fördert durch generations- und bereichsübergreifenden Austausch die Innovationskraft des Unternehmens.

Anschließend hatten die Teilnehmer/-innen Gelegenheit, das „Knowledge Café“ als eine sehr effektive Form der Wissenssicherung kennenzulernen und praktisch zu erproben. Sie tauschten sich an den Stationen „Organisation“, „Methoden“ und „Rahmenbedingungen“ über ihre Erfahrungen und Lösungsansätze aus und hielten die Ergebnisse an drei Metaplanwänden fest. Diskutiert wurden die Vor- und die Nachteile der verschiedenen Methoden, förderliche und hinderliche Rahmenbedingungen im Unternehmen und die Frage, wer im Unternehmen überzeugt werden müsse und wie dieses gelingen könne.

Wissensmanagement mit den Zielen, Faktenwissen und Erfahrungswissen zu sichern sowie die Innovationskraft zu fördern, wurde als strategische Managementaufgabe gesehen, denn bis zu 30% der Beschäftigten in deutschen Unternehmen erreichen innerhalb der nächsten zehn Jahre das Rentenalter. Damit verlieren die Unternehmen auch das wertvolle Erfahrungswissen der Mitarbeiter/-innen. Insbesondere kleine und mittlere Unternehmen, die hoch spezialisiert sind, können durch Wissensverlust ihre Marktposition gefährden.

Der Folgeworkshop ist für die zweite Maiwoche geplant. Näheres erfahren Sie von Ute Flügge, info@utefluegge.de. Interessierte Unternehmen sind herzlich willkommen, am nächsten Workshop teilzunehmen.

Vortrag:

„Erfahrungswissen für Ihr Unternehmen sichern und neues Wissen generieren: Knowledge Café, Communitiy of Practice, Mentoring und mehr“, Ute Flügge, Coaching-Beratung-Mediation

Ergebnisse des Knowledge Café

1. Organisation
2. Methoden
3. Rahmenbedingungen

Lernen im Job – Qualifizierung von An- und Ungelernten im Lager- und Produktionsbereich

Mittwoch, 24. Februar 2016, 09:00 bis 11:00 UhrSchülke & Mayr GmbH, Robert-Koch Str. 2, 22851 Norderstedt

Die rapide technische Entwicklung erhöht auf allen betrieblichen Ebenen die Anforderungen an die Beschäftigten. Wie kann ein Unternehmen seine Mitarbeiter/-innen für neue Herausforderungen qualifizieren und gleichzeitig sicherstellen, dass der Arbeitsplatz besetzt ist? Dieser Frage geht das Forum anhand eines Praxisbeispiels nach. Wann? Mittwoch, 24. Februar 2016, von 9 - 11 Uhr. Die Teilnahme ist kostenfrei.

Ihre Referentinnen
Anne Charlotte Luchtenveld, Personalentwicklerin bei der Schülke & Mayr GmbH, und Martina Staats, Senior Consultant Arbeitsmarktprojekte bei der Randstad Deutschland GmbH & Co.KG, stellen Ihnen vor, wie sie ein erfolgreiches Schulungskonzept gemeinsam umgesetzt haben. Im Anschluss an den Vortrag wird zum Austausch und Gespräch angeregt, um zu debattieren, ob ähnliche Ansätze in den Unternehmen der Teilnehmenden bereits vorhanden sind oder übernommen werden können.

Schülke & Mayr GmbH ist führend in der Entwicklung, Produktion und der Vermarktung von innovativen und hochqualitativen Produkten in den Bereichen Hygiene, Infektionsprävention, medizinische Hautpflege und chemisch-technische Konservierung.

Die Teilnahme ist kostenfrei. Wir freuen uns über Ihre verbindliche Anmeldung per E-Mail an Sebastian Hentschel. Reichen Sie unsere Einladung gerne in Ihrem Netzwerk weiter.

  • Präsentation „Lernen im Job - Qualifizierung von An- und Ungelernten im Lager- und Produktionsbereich", Anne Charlotte Luchtenveld, Human Resources, Schülke & Mayr GmbH, pdf
  • Präsentation „Lernen im Job – Kompetenzerwerb am (Zeit-) Arbeitsplatz“, Martina Staats, Senior Consultant Arbeitsmarktprojekte, Randstad Deutschland, pdf

Workshop: "Ältere Mitarbeiter/-innen und Innovationen – wie Sie alle Ressourcen einbeziehen"

Am 17. November 2015 informierte ein Workshop im Rahmen des Forums „Qualifizierung und Wissensmanagement“ 12 Unternehmen darüber, wie sie auch mit älteren Belegschaften Innovationen erzielen können. Markus Hollermann und Susan Pinternagel von der Pumacy Technologies AG vermittelten in einer gelungenen Mischung aus fachlichem Input, Erprobung von kreativen Methoden und Erfahrungsaustausch wie Wissens- und Ideenmanagement im Unternehmen zu Innovationen führen können.

In seinem Intro beschrieb Hollermann den Innovationsprozess, die verschiedenen Handlungsfelder und Akteure sowie die Lenkung des Prozesses durch die Führungskraft. Eine klare Innovationsstrategie und definierte Ziele sind Voraussetzungen für den Erfolg. Als entscheidenden Faktor stellte der Referent die Motivation der Mitarbeiter/-innen heraus. Diese gilt insbesondere für ältere Mitarbeiter/-innen, die mit ihrem Erfahrungswissen und ihrer Routine wertvolles Potenzial mitbringen. 

In drei Kleingruppen erprobten die Teilnehmer/-innen zwei Methoden zur Ideengenerierung und Konzeptentwicklung. Nach der Flip-Flop- und nach der 6-3-5-Methode entstanden im Schnellverfahren Kurzkonzepte zu einem selbstgewählten Thema, die im Forum präsentiert wurden.

Die Teilnehmer/-innen waren begeistert von der Workshopgestaltung und wünschten sich, in einem Folgetermin weitere Methoden kennen zu lernen. Die Förderung von Innovationen ist ein aktuelles Thema in den Unternehmen und soll in zukünftigen Netzwerkveranstaltungen wieder aufgegriffen werden.

Download:

Präsentation „Ältere Mitarbeitern/-innen und Innovationen – wie Sie alle Ressourcen einbeziehen“, Markus Hollerbach, Pumacy Technologies AG (PDF)

01.07.2015: Workshop: „Wissenstransfer in älter werdenden Belegschaften“

Am 1. Juli 2015 trafen sich 23 Unternehmensvertreter/-innen zu einem spannenden dreistündigen Austausch zum Thema Wissensmanagement im Unternehmen. Kerstin Nethen und Julia Meyer, Pumacy Technologies AG, gaben den Teilnehmern/-innen in einem interaktiven Workshop Einblick in die Methode des begleiteten Wissenstransfers. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie Unternehmen das Wissen ihrer langjährigen Mitarbeiter/-innen sichern und im Betrieb weitergeben können. 

Die Dokumentation des Workshops finden Sie hier.

Der Workshop setzte den Austausch fort, der im Auftaktforum „Qualifizierung und Wissensmanagement“ angeregt wurde. Die Dokumentation der Veranstaltung vom 26. März 2015 finden Sie online auf www.kwb.de oder auf http://hamburg.ddn-regionalnetzwerk.de/veranstaltungen.html.

Wenn Sie am Forum „Qualifizierung und Wissensmanagement“ teilnehmen möchten, senden Sie bitte eine Nachricht an schellhas@kwb.de.


Martina Matthäi-Lehmann, Labinal GmbH Germany
Sebastian Sukstorf, D+H Mechatronic AG, Germany

30.06.2015: Wissensmanagement und demographischer Wandel –
Kooperationsveranstaltung des Demographie Netzwerkes Hamburg und der HR Group von Hamburg@work

Zwei Hamburger Unternehmen berichteten auf der gemeinsamen Netzwerkveranstaltung über ihre Konzepte zum Wissensmanagement. Martina Matthäi-Lehmann, Manager Human Resources bei der Labinal GmbH Germany, und Sebastian Sukstorf, Personalentwickler bei der D+H Mechatronic AG Germany, zeigten, wie die Weitergabe von Wissen strukturiert gelingen kann, und welche Personalentwicklungsmaßnahmen dabei unterstützend wirken.

Wissensmanagement wird wichtig, wenn Kollegen/-innen in Rente oder den Vorruhestand gehen. Aber auch bei Stellenwechsel, Auszeiten oder bei der Einarbeitung neuer Mitarbeiter/-innen muss das Wissen der erfahrenen Kollegen/-innen weitergegeben werden.

Die Labinal GmbH ist Zulieferer für die Luftfahrtindustrie und weltweiter Marktführer für elektrische Verkabelungssysteme und Ingenieurdienstleistungen. Das Hamburger Unternehmen gehört zum Safran-Konzern und beschäftigt in Hamburg ca. 300 Mitarbeiter/-innen, konzernweit sind es 69.000. Zwar gibt der Mutterkonzern die Richtlinien vor, dennoch agiert der Hamburger Betrieb wie ein mittelständisches Unternehmen. 

Matthäi-Lehmann berichtete, dass in der Luftfahrtindustrie Prozesse strikt geregelt ablaufen, um die hohen Sicherheitsstandards zu gewährleisten. Dies erfordert eine Verschriftlichung aller Vorgänge und des verfügbaren Wissens im Unternehmen. Das Unternehmen lebt von seinem Know-how und von stetigen Innovationen. Wissen wird damit zum zentralen Asset, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Der Austausch von Wissen erfolgt u. a. in transnationalen, interdisziplinären Arbeitsgruppen, die für einen befristeten Zeitraum gemeinsam an einem Projekt arbeiten. Auch E-Learning-Tools werden für die Weitergabe und Aktualisierung von Wissen genutzt. High Potentials werden in den jährlichen Mitarbeitergesprächen identifiziert, in einen Talentpool aufgenommen und über einen Aktionsplan gefördert.

Gehen Mitarbeiter/-innen in den Ruhestand oder in Elternzeit gibt es eine Ankündigungszeit, in der die Übergabe stattfindet. Die Prozesse werden genau beschrieben und in der Dokumentenstruktur abgelegt, die stetig aktualisiert und einer jährlichen Revision durch die Teams unterzogen wird. Ergänzende Booklets geben einen Überblick über einzelne Themen. Neues Wissen wird über das Projekt „Wissenshunger“ in internen Schulungen weitergegeben, die von bewährten Mitarbeitern/-innen geleitet werden. 

Der inhabergeführte Mittelständler D+H Mechatronic AG Germany gehört zu den Hidden Champions. Mit knapp 500 Mitarbeitern/-innen ist das Unternehmen führend auf dem Gebiet des Rauchabzugs und der natürlichen Lüftung und verfügt über ein internationales Netz aus Tochterfirmen sowie Service- und Vertriebspartnern. Sukstorf hat bei D+H in den letzten Jahren ein strategisches Talent Management aufgebaut und setzt Mentoring im Rahmen der Personalentwicklung ein. 

Anhand des Salesbereiches erklärte Sukstorf, dass relevantes Wissen nicht immer verschriftlicht werden kann. In der Vorlaufphase bis zur Auftragserteilung, die bis zu zwei Jahre umfassen kann, sind verschiedene Bereiche wie Produktion, Entwicklung, Design, Bau und Architektur beteiligt, mit denen sich der Salesmanager abstimmen muss. Er verfügt über spezifisches Markt- und Kundenwissen, sowie informelles Wissen über Entscheidungswege und über die Entscheider, das nicht in Standardprozessen beschrieben werden kann. 

Die Wissensweitergabe erfolgt bei D+H in einem in sich geschlossenen Talent-Management-System unter der Prämisse „Kollegen helfen Kollegen“, das mit dem Deutschen Bildungspreis prämiert wurde. Der Prozess beginnt mit einer Welcome Mappe und einem Einarbeitungsplan für neue Mitarbeiter/-innen, umfasst Fachbereichstrainings und jährliche Mitarbeitergespräche, Konferenzen zur Auswertung und Auswahl von High Potentials und endet mit der Evaluation der Aus- und Weiterbildung. Da nicht ausreichend Führungspositionen zur Verfügung stehen, wurden Stellen in drei Hierarchiestufen unterteilt und individuelle Lernpfade entwickelt. Ergänzend bietet das Unternehmen Peer-to-Peer-Mentoring sowie Cross-Mentoring an. Dabei geht es darum, langjährig erworbenes Know-how und persönliche Erfahrung weiterzugeben. Dem gleichen Zweck dienen auch die Brown-Bag-Sessions: In der Mittagspause gibt ein/e Experte/-in sein/ihr spezifisches Wissen an die Kollegen/-innen weiter.

Beide Referenten haben ihre Präsentationen zum Download zur Verfügung gestellt:

Martina Matthäi-Lehmann, Labinal GmbH Germany, “Wissensmanagement und demographischer Wandel

Sebastian Sukstorf, Personalmanager, D+H Mechatronic AG Germany, „Mentoring im Talent Management als aktives Wissensmanagement

Die Veranstaltung wurde in Kooperation mit der HR Group von Hamburg@work durchgeführt.

Die HR Group von Hamburg@work ist ein Branchennetzwerk, das die KWB Koordinierungsstelle Weiterbildung und Beschäftigung e. V. zusammen mit den ehrenamtlichen Sprecherinnen Petra Carlsen und Sabine Niodusch koordiniert. Es bietet den Personalverantwortlichen der Branche die Plattform, um sich inhaltlich auszutauschen sowie zu motivieren, miteinander zu vernetzen und aktiv an der Ausgestaltung einer innovativen Personalentwicklungspolitik mitzuwirken.



Der überregionale ddn-Arbeitskreis „Qualifizierung“ zu Gast in Hamburg
Katharina Janz, Personalleiterin der HHLA, und Alexander Spermann, ddn-Arbeitskreis „Qualifizierung“
Professor Dr. Michael Falkenstein (IfADo) und Alexander Spermann (IZA)
Prof. Dr. Christian Stamov-Roßnagel, Jacobs University Bremen

29.04.2015: „Wie lernen Alt und Jung von- und miteinander?“ Überregionales Netzwerktreffen bei der Hamburger Logistik AG


Überregionales Netzwerktreffen bei der Hamburger Logistik AG


Wissen zu sichern und rechtzeitig weiterzugeben wird angesichts des demographischen Wandels immer wichtiger. Zwischen den Generationen sollten dabei keine Hürden stehen. Doch wie lernen Alt und Jung von- und miteinander? Was sind die Erfolgsfaktoren für Generationen übergreifendes Lernen? Diese Fragen standen am 29. April 2015 im Mittelpunkt einer gemeinsamen Veranstaltung des ddn-Arbeitskreises "Qualifizierung, Weiterbildung, Lernen" und des Demographie Netzwerkes Hamburg. Gastgebendes Unternehmen war die Hamburger Logistik AG.

Nach einer Einleitung des ddn-Arbeitskreisleiters Dr. Alexander Spermann, Director of Labor Policy Germany IZA – Forschungsinstitut zur Zukunft der Arbeit GmbH, stellte Katharina Janz, Leiterin Personalentwicklung bei der Hamburger Hafen und Logistik AG, den 30 Gästen das Unternehmen und die speziellen Arbeitsbedingungen im Hafen vor. „Kurze Liegezeiten der Schiffe, schneller Umschlag, zunehmende Technisierung und steigende Anforderungen an die Qualifikation der Mitarbeiter/-innen bestimmen unseren wirtschaftlichen Erfolg“, erklärte Janz. Obwohl das Unternehmen als attraktiver Arbeitgeber ein gutes Image und geringe Fluktuation aufweise, sei die Gewinnung von Fachkräften aufgrund des hohen Altersdurchschnitts ein Thema. So initiierte Personalvorstand Heinz Brandt im Jahr 2013 die Einstellung von 100 neuen Mitarbeitern/-innen, die als Brücken- oder Van Carrier-Fahrer und für weitere Arbeiten im Hafen eingesetzt werden sollten. Die 1.700 Bewerber/-innen, darunter viele Langzeitarbeitslose, durchliefen ein mehrstufiges Auswahlverfahren bei der Hafenfachschule „ma-co maritimes competenzcentrum e.V.“. Für die grundsätzliche Eignung spielen Schlüsselkompetenzen wie Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit im Hafen eine große Rolle, für fehlende Fachkenntnisse gab es Qualifizierungsangebote, die bis zum Facharbeiterschein führen konnten. 

Beispielhaft für die Qualifizierungsbereitschaft der Mitarbeiter/-innen berichtete Uwe Boldt, langjähriger Mitarbeiter am Container Terminal Altenwerder, über seinen beruflichen Werdegang. Nach Überwindung eigener Problem steht er nun als kollegialer Berater den Kollegen/-innen bei Problemen mit Rat und Tat zur Seite. Sein Engagement gilt insbesondere dem funktionalen Analphabetismus, einem oft unterschätzten Problem von Menschen, die von der schriftlichen Kommunikation ausgeschlossen sind. Übernommen wurde dieses Modell z. B. von der Firma Randstad, die ein eigenes Programm für betroffene Mitarbeiter/-innen aufgelegt hat.

Die psychologischen Aspekte von Lernen im Alter stellte Professor Dr. Michael Falkenstein vom Leibniz Institut für Arbeitsforschung an der TU Dortmund (IfADo) vor. Neurologisch betrachtet besteht Lernen in der veränderten Kommunikation von Nervenzellen, entweder durch Bildung neuer synaptischer Verbindungen (Langzeitgedächtnis) oder durch Steigerung der Übertragungseffizienz bestehender Synapsen (Kurzzeitgedächtnis). Einschränkungen in den körperlichen und mentalen Funktionen in zunehmendem Alter sind laut Falkenstein nicht zu leugnen. Die Forschung belegt jedoch, dass einem Leistungsabfall mit geeigneten Mitteln entgegengewirkt werden kann. Beim Lernen gilt es, entsprechende Bedingungen für optimales Lernen Älterer zu schaffen: genügend Zeit, wenig Ablenkung, Strategievermittlung, ausreichender Schlaf. Negative Einflüsse wie Nachtschichten und chronischer Stress sind hinderlich, körperliches und kognitives Training förderlich für die mentale Fitness.

Was „Gutes Lernen“  für die Gestaltung der Lern- und Arbeitsprozesse im Unternehmen bedeutet, erläuterte Prof. Dr. Christian Stamov-Roßnagel, Professor für Organizational Behavior an der Jacobs University in seinem Beitrag. Ältere sind für ihn die Seismographen für gutes Lernen. „Sind die Bedingungen so ausgerichtet, dass Ältere erfolgreich lernen können, dann profitieren davon auch die Jüngeren“, sagte Stamov-Roßnagel. Die Forschung hat bislang keine belastbaren Befunde dafür gefunden, dass die kognitive Leistungsfähigkeit mit dem Alter substanziell nachlässt. Wenn es gelingt, die Lernbereitschaft und die Lernkompetenz durch Motivation und Training zu erhalten, und wenn die Lernbedingungen förderlich gestaltet sind, lernen ältere Mitarbeiter/-innen genauso dazu wie Jüngere. Voraussetzung für gutes Lernen ist ein positives Lern- und Altersklima im Unternehmen. 

Wie Wissen im Unternehmen in einem strukturierten Prozess weitergegeben wird, stellte Kerstin Nethen, Pumacy Technology AG, in einer Einführung in die Methode des begleiteten Wissenstransfers vor. Ihr Unternehmen hat bereits 400 Prozesse erfolgreich begleitet. Weitere Anwendungsfelder neben der Verrentung wären Stellenwechsel, Aufstieg, Einarbeitung neuer Mitarbeiter/-innen etc. In einem interaktiven Prozess werden Themen identifiziert, Aktionen vereinbart, ein Zeitplan erstellt und der Rahmen festgelegt. „Die Vorteile der Methode sind eine 30 Prozent schnellere Einarbeitung, der vollständige Wissenstransfer inklusive des impliziten Wissens, und ein Beitrag zur organisationalen Weiterentwicklung“, führte Nethen aus. 

Das Demographie Netzwerk Hamburg bietet im Rahmen des Forums Qualifizierung und Wissensmanagement einen Workshop mit einer detaillierten Einführung in die Methode des begleiteten Wissenstransfers an. Interessierte Unternehmen können sich bei der Netzwerkstelle schellhas@kwb.de anmelden.

Workshop: Wissenstransfer in älter werdenden Belegschaften
Workshopleitung: Kerstin Nethen, Pumacy Technology AG
Mittwoch, 1. Juli 2015, 15:00 bis 18:00 Uhr
KWB Koordinierungsstelle Weiterbildung und Beschäftigung e. V.
Haus der Wirtschaft, Kapstadtring 10, 22297 Hamburg

Vortragsfolien zum Download

  • Lernen im Alter“, Prof.Dr. med. Falkenstein, Dipl.Psych.,Dipl.-Ing., Leibniz Institut für Arbeitsforschung an der TU Dortmund (IfADo), Institut für Arbeiten, Lernen, Altern (ALA) in Bochum
  • Gutes Lernen“, Prof. Dr. Christian Stamov-Roßnagel, Professor für Organizational Behavior an der Jacobs University 
  • Arbeit für alle – auch im Zeitalter der Digitalisierung?“, Dr. Alexander Spermann, Director of Labor Policy Germany, IZA – Forschungsinstitut zur Zukunft der Arbeit GmbH

Prof. Dr. Uwe Genz, Präsident des Dachverbandes der Weiterbildungsorganisationen (DVWO)
Schramm, Referent Personalentwicklung, HAUNI Maschinenbau AG
Thementisch "Lebenslanges Lernen und Motivation der Mitarbeiter/-innen"
Mehr als 80 Gäste besuchten das Forum „Qualifizierung und Wissensmanagement"

26.03.2015: Auftaktveranstaltung „Forum Qualifizierung und Wissensmanagement“ – dem Fachkräftemangel entgegenwirken“ 

Senator Detlef Scheele eröffnete das Forum Qualifizierung und Wissensmanagement am 26. März 2015 mit einem Appell an Hamburger Unternehmen, alle Potenziale bei der Bewältigung des Fachkräftemangels zu nutzen. Wie mit Qualifizierung und Wissensweitergabe dieses Ziel erreicht wird, zeigten Beiträge aus der Wissenschaft und aus der Unternehmenspraxis auf. Anschließend tauschten mehr als 80 Teilnehmer/-innen an Thementischen Ihre Erfahrungen aus. 

In seiner Eingangsrede legte Arbeits- und Sozialsenator Detlef Scheele dar, dass in Hamburg trotz günstiger Standortbedingungen bereits Fachkräftemangel in einigen Branchen, wie der Kranken- und Altenpflege, in den MINT-Berufen und im Handwerk bestehe. Beschäftigungspotenziale sah er in der

Arbeitnehmergruppe der Älteren, insbesondere bei den 60- bis 64-Jährigen. Hier liegen die Beschäftigtenzahlen deutlich niedriger als in anderen Altersgruppen. Zur Unterstützung älterer Arbeitnehmer/-innen, die länger arbeiten möchten, wird Hamburg eine Anlaufstelle einrichten. Für ein langes und gesundes Erwerbsleben wären außerdem attraktive Arbeitsbedingungen, faire Löhne und gleichberechtigte Teilhabe am Arbeitsleben vonnöten. Zum Schluss seiner Rede appellierte Senator Scheele an die Unternehmen, den Senat bei der Integration von Flüchtlingen zu unterstützen und durch Arbeitsmöglichkeiten.

Professor Dr. Uwe Genz, Dachverband der Weiterbildungsorganisationen e. V. und Neurobiologe, stellte zwei Hebel für die Verankerung  von Weiterbildung in Unternehmen heraus: der Bedarf an Schlüsselkompetenzen bei Mitarbeitern/-innen auf Unternehmensseite und das Grundbedürfnis nach Selbstwerterhöhung auf Seiten der Arbeitnehmer/-innen. Der Europäische Qualifikationsrahmen (EQR) mit seiner Umsetzung im Deutschen Qualifikationsrahmen wird zukünftig die Möglichkeit bieten, einen berufsbegleitenden Abschluss zu erwerben, indem 50 Prozent der Leistungen durch den Nachweis informeller und non-formaler Kompetenzen erbracht werden. Durch Höherqualifizierung können mit diesem Instrument ungenutzte Wertschöpfungspotenziale in den Unternehmen erschlossen werden.

Ein Highlight mit einem Beitrag aus der Unternehmenspraxis setzte Volker Schramm, Referent Personalentwicklung, HAUNI Maschinenbau AG, mit seinem informativen und anschaulichen Vortrag über „Know-how-Transfer bei ausscheidenden Mitarbeitern/-innen am Beispiel der Hauni Maschinenbau AG“.  Know-how-Verlust durch altersbedingte Austritte sieht Schramm als eine aktuelle Bedrohung der Wirtschaftskraft des Unternehmens an, denn die demographischen Effekte werden bis etwa 2030 dramatische Ausmaße annehmen. HAUNI baut dem drohenden Kompetenzverlust mit langfristiger Personalplanung, Identifizierung von kritischem Know-how und der Implementierung der Instrumente „Nova PE“-Methode“ und „Wissensstafette“ vor. Ein gelungener Übergabeprozess spart dem Unternehmen reale Kosten, denn jeder Personalwechsel kostet ungefähr das Zweieinhalbfache des Jahresgehaltes einer Führungskraft und darf deshalb nicht misslingen. Der Vorteil der Methode liegt darin, dass neben dem fachlichen auch implizites, personen- und kontextgebundenes Wissen vermittelt wird. Die Führungskraft entscheidet über die Aufnahme eines Transferfalles, identifiziert unverzichtbares Know-how und wird über den Prozess informiert, Wissensgeber/-in und Wissensnehmer/-in stehen in direktem Austausch, der systematisch erfolgt und von der Personalentwicklung begleitet wird.

Die Referenten standen an den Thementischen für Fragen der Teilnehmer/-innen zur Umsetzung von Qualifizierung und Wissensmanagement zur Verfügung. Diskutiert wurden die Themen

  • Umgang mit Wissen bei Ausscheiden oder Verrentung von Mitarbeitern/-innen
  • Identifikation von kritischem Wissen – Schlüsselpositionen im Unternehmen
  • Altersgemischte Teams – Mentoring, Shadowing
  • Lebenslanges Lernen und Motivation der Mitarbeiter/-innen
  • Tools zur Wissenssicherung
  • Bessere Nutzung der Wertschöpfungspotenziale von Mitarbeitern/-innen!
  • Welche Möglichkeiten haben wir?

In der interaktiven Pause schlugen die Teilnehmer/-innen weitere Themen für den Austausch vor:

  • Industrie 4.0 – Wie nehmen wir die Menschen mit?
  • Wissen teilen jung-alt/ alt jung
  • Führungskräfte 50 plus
  • Führungskompetenz und -kultur in einer digitalisierten Welt
  • Mit den Herausforderungen von Vielfalt für die Unternehmenskultur umgehen
  • Kompetenzaktivierung „Experience“ und „Expertise“

Der Austausch mit den Unternehmen wird im Forum Qualifizierung und Wissensmanagement an folgenden Terminen fortgesetzt:

Mittwoch, 01. Juli 2015, 15:00 bis 18:00 Uhr
Mittwoch, 07. Oktober 2015, 15:00 bis 18:00 Uhr

Alle Teilnehmer/-innen der Veranstaltung werden hierzu eingeladen. Weitere interessierte Unternehmen sind herzlich willkommen. Bitte wenden Sie sich an Susanne Sabisch-Schellhas per E-Mail an schellhas@kwb.de oder per Telefon unter 040 334241-415.

Download:  

Das Forum Qualifizierung und Wissensmanagement ist eines von fünf thematischen Foren des Demographie Netzwerkes Hamburg. Hier tauschen Unternehmen Informationen, Erfahrungen und Best-Practice-Konzepte für die Implementierung einer alternsgerechten Personalpolitik aus. Als fachliche Leitung unterstützt die Pumacy Technologies AG das Forum Qualifizierung und Wissensmanagement.

Als einer der führenden Anbieter für Wissensmanagement begleitet die Pumacy Technologies AG ihre Kunden seit über 15 Jahren in der Konzeption und Umsetzung bedarfsgerechter Wissensmanagement-Strategien und -Projekte. Tragende Elemente sind hierbei Lösungen für Wissenstransfer, Wissensdokumentation, Lessons Learnt Workshops oder Professionelle Netzwerke, die durch die passende Software und Trainingsangebote ergänzt werden .

 

Unternehmensbefragung zum Forum „Qualifizierung und Wissensmanagement“

Gerne möchten wir das Forum nach Ihrem Bedarf so gestalten, dass Sie einen größtmöglichen Mehrwert erhalten. Um die inhaltliche Ausrichtung zu planen, haben wir eine kurze Themenabfrage entwickelt. Sie dauert nur fünf Minuten. Wir würden uns freuen, wenn Sie sich daran beteiligen.

Den Fragebogen finden Sie unter folgendem Link: https://de.surveymonkey.com/s/ddn_Hamburg.